Ein temperaturpräziser Teller über die Balance von Tiefe und Helligkeit: sanft gegarte Entenleber, kalte geräucherte Molke, säuerliche Blütenknospen und ein kaum wahrnehmbarer Tonka-Akzent.
Ein präzise temperiertes Gericht aus saftig gegarter Roter Garnele, eisiger Amela-Tomate und grüner Erdbeere. Kapuzinerkresseknospen, geröstete Tomatenhaut und ein klarer Krustentier-Hōjicha-Sud setzen salzige, rauchige und bitterfeine Akzente.
Yuzu zeigt sich hier nicht als laute Säure, sondern als strukturierende Kraft: im dichten Crémeux, in einer warmen, fein aufgeschlagenen Beurre blanc und gegen den dunklen Ton von geröstetem Buchweizen. Estragon setzt nur wenige grüne, anisartige Akzente.
Ein Dessert über die Spannung von Frucht, Butter und Luft: reifer Pfirsich, ein warmer Haselnussboden und eine säurebetonte, fein aufgeschlagene Vanille-Beurre-blanc.
Himbeere braucht nicht zwingend mehr Säure. Mit gerösteter Mandel, mildem Miso und einer fein aufgeschlagenen Joghurt-Mousse gewinnt sie Tiefe, Wärme und einen ruhigen Kontrast.
Ein Hauptgang mit klarer Linie: Onglet, kurz angebraten und im Ofen nachgezogen, trifft auf Kapern, Verbene und grüne Olive. Würzig, salzig, kühl im Nachhall.
Blumenkohl trägt leise Aromen mit einer Selbstverständlichkeit, die oft unterschätzt wird. Langsam confiert gewinnt er Tiefe, bleibt dabei fein und fast transluzent im Geschmack. Ein klarer Vanillefond und ein kühler Kräutersalat setzen Spannung, ohne ihn zu überdecken.
Ein Dessert, das Traube nicht als Beiwerk behandelt, sondern als stillen Mittelpunkt: glasiert, konzentriert und von Vanille, Fenchelsaat und einer hellen Reduktion präzise gerahmt.
Reife Zwetschgen, sanft konzentriert, treffen auf ein warm aufgeschlagenes Sabayon mit Estragon und ein kühles Öl aus Zitronenverbene. Ein Dessert mit stiller Spannung: fruchtig, floral, klar.
Kalbsbries wird hier nicht üppig, sondern präzise gedacht: mit Amazake, Yuzu und Zitronenblatt entsteht ein Gericht zwischen Fermentation, Säure und feiner Bitterkeit.